Was sind die wichtigsten Satzglieder in der Grundschule?
Satzglieder sind Bausteine, in die sich ein Satz zerlegen lässt, und damit ein wichtiger Bestandteil der Grammatik in der Grundschule. Sie sind streng von den Wortarten zu trennen, denn jedem Wort wird genau eine Wortart zugeordnet – ein Satzglied kann jedoch aus mehreren Wörtern bestehen.
Beispiel:
Ein großer Hund rannte über die Straße.
Das Wort „Hund“ gehört zur Wortart Nomen. Das Subjekt des Satzes – mehr dazu gleich – besteht hingegen aus drei Wörtern: „Ein großer Hund“.
Das Besondere an Satzgliedern ist, dass sie sich im Satz verschieben lassen, ohne dass der Satz seinen Sinn verliert. Wenn Satzglieder aus mehreren Wörtern bestehen, bleiben diese Wörter dabei immer zusammen. Anhand dieser „Umstellprobe“ lassen sich die unterschiedlichen Satzglieder voneinander abgrenzen:
Ein großer Hund rannte über die Straße.
Über die Straße rannte ein großer Hund.
Rannte ein großer Hund über die Straße?
Hier zeigt sich: Dieser Satz besteht aus drei Satzgliedern. Als Erstes lernen Kinder in der Grundschule, Sätze umzustellen und damit die Satzglieder zu erkennen. Danach werden schrittweise die einzelnen Satzglieder eingeführt.
Lehrwerkunabhängige Übungshefte für die 3. und 4. Klasse
Satzglieder in der Grundschule bestimmen: Prädikat und Subjekt
Oft wird das Prädikat als erstes Satzglied eingeführt. Es beschreibt, was im Satz passiert oder getan wird. Typische Fragen nach dem Prädikat in der Grundschule sind:
- Was passiert?
- Was tut eine Person oder eine Sache?
Beispiele:
Mein Vater liest schon den ganzen Tag. (Was tut mein Vater? Er ...)
Gestern habe ich meine Tasche verloren. (Was habe ich getan? Ich ...)
Maria wurde zu ihrem Geburtstag überrascht. (Was ist Maria passiert? Sie ...)
Das Prädikat kann, wie im zweiten und dritten Beispiel zu sehen, aus mehreren Wörtern bestehen.
Sobald das Prädikat bekannt ist, lässt sich auch das Subjekt finden. Es bildet die Antwort auf Fragen wie:
- Wem passiert etwas?
- Wer tut etwas?
Beispiele:
Mein Vater liest schon den ganzen Tag. (Wer liest?)
Gestern habe ich meine Tasche verloren. (Wer hat die Tasche verloren?)
Maria wurde zu ihrem Geburtstag überrascht. (Wer wurde überrascht?)
Prädikat und Subjekt können zusammen einen vollständigen Satz bilden. Die restlichen Satzglieder können, müssen aber nicht zwingend vorhanden sein (sofern der Satz auch ohne sie verständlich ist).
Objekte erkennen und bestimmen
Sätze mit Subjekt und Prädikat lassen sich um Objekte erweitern:
- Genitiv-Objekt: Wird mit „wessen?“ erfragt.
Ich habe die Tasche meines Bruders verloren.
Wessen Tasche habe ich verloren? – [die Tasche] meines Bruders - Dativ-Objekt: Wird mit „wem?“ erfragt.
Wir geben dem Hund jetzt sein Fressen.
Wem geben wir jetzt sein Fressen? – dem Hund - Akkusativ-Objekt: Wird mit „wen oder was?“ erfragt.
Gestern hat Anne ihre kleine Schwester mitgebracht.
Wen oder was hat Anne mitgebracht? – ihre kleine Schwester
Tipp: Das Subjekt des Satzes lässt sich (unter anderem) mit der Nominativ-Frage „wer oder was?“ bestimmen. Die verschiedenen Objekte antworten auf die gleichen Fragen wie die restlichen der vier Fälle – Genitiv, Dativ und Akkusativ.
Weitere Satzglieder in der Grundschule: adverbiale Bestimmungen
Können die Kinder die bisher genannten Satzglieder in der Grundschule gut bestimmen, kommen zuletzt die adverbialen Bestimmungen hinzu.
Wichtig: Adverbiale Bestimmungen sind Satzglieder – Adverbien sind hingegen Wortarten. Sie müssen sauber unterschieden werden.
Tipp: Beim Bestimmen von Satzgliedern in der Grundschule sollten die Kinder immer mit dem Prädikat beginnen, danach das Subjekt ermitteln und erst danach die spezifischen Fragen für die Fälle und die adverbialen Bestimmungen stellen. Im Cornelsen-Sortiment finden Sie unter anderem Lernspiele und Arbeitsblätter zu verschiedensten Themen im Deutschunterricht – auch zur Grammatik.