Was sind Wortarten?
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Was sind Wortarten?

Die 10 Wortarten erkennen und bestimmen 

In der Grundschule werden die Wortarten schrittweise über mehrere Jahre eingeführt. Aber was sind Wortarten genau? Hier erhalten Sie einen Überblick über die 10 Wortarten im Deutschen, zusammen mit den deutschen Fachbegriffen, hilfreichen Beispielen und einfachen Erklärungen.

Was sind Wortarten und welche Wortarten gibt es?

Alle Wörter der deutschen Sprache lassen sich Kategorien der Grammatik zuordnen – den Wortarten. Beispielsweise gibt es die Kategorie Nomen (Namenwörter). Das ist auch die erste Wortart, die Kinder in der Grundschule erlernen. In diese Kategorie gehören zum Beispiel Wörter wie „Baum“, „Haus“ oder „Liebe“. Da Nomen immer großgeschrieben werden, ist diese Wortart leicht zu bestimmen.

Insgesamt gibt es zehn solcher Kategorien. Die folgende Tabelle kann als Merkblatt für die Wortarten in der Grundschule dienen:

  • Nomen (auch Substantive)
    • Deutsche Bezeichnung: Namenwörter, Hauptwörter
    • Beispiele: Haus, Baum, Liebe
  • Verben
    • Deutsche Bezeichnung: Tuwörter, Tätigkeitswörter
    • Beispiele: sehen, schreiben, essen
  • Adjektive
    • Deutsche Bezeichnung: Wiewörter, Eigenschaftswörter
    • Beispiele: schön, blau, groß
  • Adverbien
    • Deutsche Bezeichnung: Umstandswörter
    • Beispiele: hier, jetzt, oft
  • Pronomen
    • Deutsche Bezeichnung: Fürwörter
    • Beispiele: ich, mein, dieser
  • Artikel
    • Deutsche Bezeichnung: Begleiter
    • Beispiele: der/die/das, ein/eine
  • Numeralien
    • Deutsche Bezeichnung: Zahlwörter
    • Beispiele: eins, zweite
  • Präpositionen
    • Deutsche Bezeichnung: Verhältniswörter
    • Beispiele: in, über, auf
  • Konjunktionen
    • Deutsche Bezeichnung: Bindewörter
    • Beispiele: und, oder, weil
  • Interjektionen
    • Deutsche Bezeichnung: Ausrufewörter
    • Beispiele: hallo, ähm, hey

Tipp: Es ist wichtig, Wortarten sauber von den Satzgliedern zu unterscheiden.

Lehrwerkunabhängige Übungshefte

Nomen, Verben und Adjektive

Nomen, Verben und Adjektive sind in der Grundschule meist die ersten Wortarten, welche die Kinder kennenlernen. Sie tragen die Hauptbedeutung in Sätzen und sind daher entscheidend für das Verständnis der Sprache.


Nomen bzw. Substantive (Hauptwörter, Namenwörter)

Nomen beschreiben Dinge oder Personen, Orte oder auch abstrakte Konzepte (wie „Liebe“). Sie werden immer großgeschrieben, daher fällt es Kindern leicht, diese Wortart zu erkennen.

Oft fällt der Merksatz: „Nomen kann man sehen und anfassen.“ Das gilt allerdings nur bedingt, da auch „Luft“ oder „Hoffnung“ Nomen sind. Man unterscheidet daher zwischen konkreten, also sinnlich wahrnehmbaren, Nomen (z. B. „Apfel“, „Buch“) und abstrakten Nomen („Ruhe“, „Alter“).


Verben (Tuwörter, Tätigkeitswörter)

Verben zeigen Handlungen oder Vorgänge in einem Satz an. Im Deutschen werden drei Arten von Verben unterschieden:

  • Vollverben, die eigene Bedeutung tragen (z. B. „lesen“, „trinken“, „spielen“)
  • Hilfsverben, die zur Bildung der Zeitformen gebraucht werden („sein“, „haben“ und „werden“)
  • Modalverben, welche die Aussage des Vollverbs verändern (z. B. „wollen“, „dürfen“, „können“)

Verben können gebeugt (Fachbegriff: konjugiert) werden. Dabei verändern sich die Endung und bisweilen auch der Vokal des Verbs:

  • ich gehe, du gehst, er geht
  • ich laufe, du läufst, er läuft

Tipp: In der Grundschule sollen die Kinder erst einmal nur die grundlegenden Wortarten lernen und erkennen können. Die Unterteilung in verschiedene Verbkategorien wird erst an der weiterführenden Schule vermittelt.


Adjektive (Wiewörter, Tätigkeitswörter)

Adjektive beschreiben Nomen oder Pronomen genauer:

  • ein kluges Kind
  • ein schwarzer Hund
  • eine kleine Tasche

Adjektive müssen an das jeweilige Nomen (und die vier Fälle) angepasst werden – die Endung der Adjektive ändert sich entsprechend. Diesen Prozess nennt man „deklinieren“ (beugen). Außerdem können Adjektive gesteigert werden:

  • groß, größer, am größten
  • klug, klüger, am klügsten

Artikel, Adverbien und Pronomen

Artikel verstehen die Kinder meist leicht: Sie begleiten die Nomen und werden deshalb auch „Begleiter“ genannt:

  • der Tisch
  • eine Katze

Es gibt bestimmte Artikel („der“, „die“ und „das“) und unbestimmte Artikel („ein“, „eine“). Wie die Adjektive müssen sich auch die Artikel an die Nomen anpassen: „ein Baum“, aber: „eine Katze“.

Adverbien verhalten sich ähnlich wie Adjektive, sie beschreiben aber nicht ein Nomen, sondern ein Verb, ein Adjektiv oder auch einen Umstand im ganzen Satz:

  • Ich komme gern zu dir.
  • Er ist schnell gelaufen.
  • Heute ist Dienstag.

Adverbien lassen sich in vier Unterkategorien aufteilen:

  • Lokaladverb
    • Adverb des Ortes
    • wo? wohin?
    • Beispiele: hier, dort
  • Temporaladverb
    • Adverb der Zeit
    • wann? wie lange? wie oft?
    • Beispiele: oft, lange
  • Kausaladverb
    • Adverb des Grundes
    • warum? weshalb?
    • Beispiele: deshalb, darum
  • Modaladverb
    • Adverb der Art und Weise
    • wie? auf welche Weise?
    • Beispiele: schnell, gut

Pronomen heißen auf Deutsch Fürwörter, denn sie stehen für ein Nomen ein: Im Satz „Der Tisch steht am Fenster.“ kann „der Tisch“ durch ein Pronomen ersetzt werden: „Er steht am Fenster.“ Es gibt viele unterschiedliche Arten von Pronomen. Wenn es in der Grundschule um die Wortarten geht, werden meist nur diese behandelt:

  • Personalpronomen (ersetzen Personen): ich, du, er/sie/es, wir, ihr, sie
  • Possessivpronomen (zeigen Besitz an): mein, dein, sein etc.

Numeralien, Präpositionen, Konjunktionen, Interjektionen

Die folgenden Wortarten werden nicht zwingend in der Grundschule vermittelt. Der Vollständigkeit halber erklären wir sie hier trotzdem kurz:

  • Numeralien sind Zahlwörter. Meist fällt es den Kindern leicht, diese Wortart zu bestimmen, denn die Beispiele sind leicht zu merken: „Ich habe zwei Äpfel.“ Oder: „Das ist die dritte Seite.“
  • Präpositionen geben an, in welcher Beziehung eine Sache im Satz zu einer anderen steht: „Der Ball liegt unter dem Tisch.“ Oder: „Ich bin erst nach ihm da.“
  • Konjunktionen heißen auch Bindewörter, weil sie Wörter oder Satzbestandteile miteinander verbinden: „Das sind Ute und Manu.“ Oder: „Ich komme heute nicht, weil es schon so spät ist.“
  • Interjektionen sind Ausrufe, zum Beispiel: „Hallo!“ Oder: „Hilfe!“ Sie stehen oft (aber nicht zwingend) allein.

Tipp: Es dauert Jahre, bis die Wortarten wirklich sitzen. Seien Sie beim Üben daher geduldig und üben Sie mit den Kindern immer an eindeutigen Beispielen. Die Arbeitsblätter und Übungshefte von Cornelsen helfen dabei.