Was sind Namenwörter bzw. Nomen?
Das Nomen hat unterschiedliche Namen: Hauptwort, Namenwort, Substantiv oder eben Nomen. Diese Begriffe bedeuten alle dasselbe, sie bezeichnen nämlich eine der Wortarten. In der Grundschule werden Nomen oft als „Namenwörter“ bezeichnet, weil sie Dingen (oder Lebewesen) ihre Namen geben: „Hund“, „Mama“, „Timo“ und „Gänseblümchen“ sind Namenwörter. Der Fachbegriff „Substantiv“ wird in der Grundschule seltener verwendet, meist dann, wenn es speziell um die Grammatik geht.
Lehrwerkunabhängige Übungshefte
Häufig vorkommende Nomen in der Grundschule
In den ersten Schuljahren erwerben die Kinder einen grundlegenden Wortschatz, den sie gut lesen und schreiben können. Einen wichtigen Teil davon machen die Nomen aus. Hier eine Liste mit Namenwörtern, die in der Grundschule häufig vorkommen:
Apfel, Arm, Auto, Baby, Ball, Baum, Bleistift, Blume, Brief, Brille, Brot, Buch, Bus, Computer, Decke, Ei, Eimer, Ente, Fahrrad, Familie, Fenster, Fisch, Finger, Freund, Freundin, Frosch, Garten, Glas, Gras, Hammer, Haus, Herz, Huhn, Hund, Jacke, Katze, Kind, Klasse, Kleid, Knopf, Kopf, Korb, Lampe, Lehrer, Lehrerin, Licht, Löwe, Mann, Maus, Milch, Mond, Mutter, Nase, Ohr, Pferd, Puppe, Regen, Ring, Rock, Sand, Schere, Schnee, Schule, Schüler, Schülerin, Stern, Straße, Streifen, Stuhl, Tafel, Teich, Teppich, Tisch, Tür, Vater, Vogel, Wald, Wasser, Wiese, Wind, Zeit, Zucker, Zaun
Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass die obigen Beispiele für Namenwörter alle großgeschrieben werden. Das ist ein wichtiges Merkmal von Nomen, das die Rechtschreibung in der Grundschule erheblich erleichtert.
Konkrete und abstrakte Namenwörter in der Grundschule
„Was ist ein Hauptwort? Man kann es sehen und anfassen!“ So lernen Kinder Hauptwörter bzw. Nomen oft als Erstes kennen. So richtig stimmt das aber nicht, denn auch Wörter wie „Liebe“ oder „Freundschaft“ sind Nomen. Es werden deshalb konkrete und abstrakte Nomen unterschieden:
- Konkrete Nomen beschreiben Dinge oder Lebewesen, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können.
- Abstrakte Nomen beschreiben hingegen nicht sichtbare Zustände, Eigenschaften oder auch Gefühle.
Beispiele für konkrete Namenwörter: Tisch, Hund, Bleistift, Tasse
Beispiele für abstrakte Namenwörter: Angst, Freundlichkeit, Frieden, Freundschaft
In der Grundschule werden als Nomen hauptsächlich Gegenstände, Personen, Tiere und Pflanzen eingeführt. Abstrakte Konzepte lernen die Kinder meist erst später kennen.
Die Grammatik der Nomen
Nomen sind flektierbar, das heißt, dass sie sich verändern können. Zum Beispiel sagen wir:
- der Junge
- Ich sehe einen Jungen.
Der Fachbegriff für diesen Prozess lautet Deklination: Wir müssen Namenwörter deklinieren, und zwar je nach
- Genus (Geschlecht),
- Kasus (Fall) und
- Numerus (Einzahl oder Mehrzahl).
Grammatisches Geschlecht von Nomen
Nomen können männlich (Maskulinum), weiblich (Femininum) oder sächlich (Neutrum) sein. Das Geschlecht ist am Artikel (Begleiter) erkennbar:
- Maskulinum (der): der Junge, der Baum, der Tanz
- Femininum (die): die Frau, die Katze, die Höhle
- Neutrum (das): das Haus, das Mädchen, das Spiel
Wie am Beispiel „das Mädchen“ zu sehen ist, ist das grammatische Geschlecht nicht immer das gleiche wie das natürliche Geschlecht. Auch „der Vogel“ kann durchaus einen weiblichen Vogel bezeichnen.
Der Fall eines Nomens
Nomen können jeden der vier Fälle annehmen. Dabei verändert sich nach bestimmten Regeln (aber nicht in jedem Fall) die Endung des Nomens:
- Mein Bruder spielt auf der Straße.
- Der Wind trägt die Mütze meines Bruders davon.
Muttersprachliche Kinder können in der Grundschule Nomen intuitiv in alle vier Fälle setzen. Die konkreten Regeln werden daher erst in höheren Klassen genau bearbeitet.
Der Numerus bei Nomen
Die meisten Nomen kommen in der Einzahl (Singular) und in der Mehrzahl (Plural) vor. Dabei verändern sich häufig die Wortendungen und bisweilen auch Vokale im Wort:
- Einzahl (Singular) Mann, Frau, Kind
- Mehrzahl (Plural) Männer, Frauen, Kinder
Es gibt aber auch Nomen, die es nur im Singular oder nur im Plural gibt:
- nur im Singular: Milch, Regen, Gold
- nur im Plural: Eltern, Ferien, Kosten
Zusammengesetzte Nomen in der Grundschule
In der Grundschule lernen die Kinder viele Beispiele für Namenwörter kennen, die aus zwei oder mehr Wortbestandteilen zusammengesetzt sind. Am häufigsten werden neue Nomen in diesen drei Kombinationen gebildet:
- Nomen + Nomen: Haustür, Sonnenstrahl, Zugfahrt
- Verb + Nomen: Schlafsack, Schwimmflügel, Waschmaschine
- Adjektiv + Nomen: Hochhaus, Großstadt, Frischkäse
Wichtig: Wenn zwei oder mehr Nomen zusammengesetzt werden, bestimmt immer das letzte Nomen das Geschlecht des neu zusammengesetzten Wortes. Deshalb ist „die Tischlampe“ weiblich und „der Lampentisch“ männlich.