Was bedeutet „Umlaut“?
Für die Definition der Umlaute unternehmen wir einen kleinen Ausflug in die Sprachwissenschaft. Sprache verändert sich ständig: Neue Wörter entstehen, manche Wörter geraten in Vergessenheit, die Grammatik und sogar die Laute passen sich an die Gewohnheiten der Menschen an. Der Prozess ist komplex, doch im Laufe der Zeit werden manche Laute „umgelautet“. Sie klingen dann anders, und um sie korrekt schreiben zu können, müssen neue Zeichen (Buchstaben oder Buchstabenkombinationen) geschaffen werden.
So wurden im Deutschen die Umlaute ä, ö und ü zunächst so geschrieben: ae, oe und ue. Bis heute ist diese Schreibweise zum Beispiel im Kreuzworträtsel üblich. Auch viele Web- und alle E-Mail-Adressen verwenden diese Buchstabenkombinationen, da die deutschen Umlaute in den meisten anderen Sprachen nicht vorkommen. In alten Namen wie beispielsweise Goethe erkennen wir ebenfalls die ursprüngliche Schreibweise.
Die Menschen empfanden diese Schreibweise jedoch als umständlich und begannen, das kleine e über den jeweiligen Vokal zu schreiben. Mit der Zeit entwickelten sich daraus Striche und schließlich Pünktchen – und übrig blieben die bekannten Umlaute.
Der Umlaut in der Grundschule
Wenn Kinder das ABC lernen, werden die Umlaute zunächst ausgespart – die Kinder lernen also erst einmal nur 26 Buchstaben kennen. Mit der Zeit werden auch alle Umlaute eingeführt. Viele Wörter – Bär, schön, dünn etc. – haben schon in ihrer Ausgangsform Umlaute. Diese sind aber auch für viele grammatische Phänomene im Deutschen wichtig:
- Mehrzahl bilden: Wand – Wände; Tochter – Töchter; Grund – Gründe
- Verbformen bilden: schlafen – du schläfst; ich konnte – ich könnte
- Adjektive steigern: arm – ärmer – am ärmsten; groß – größer – am größten; dumm – dümmer – am dümmsten
- Verkleinerungsform (Diminutiv): das Äffchen; das Vögelchen; das Hündchen
Die Kinder lernen in der Grundschule auch, dass Umlaute bedeutungsunterscheidend sein können. So bedeuten „zahlen“ und „zählen“, „drucken“ und „drücken“ nicht dasselbe.
Strategien fĂĽr die Schule: richtig schreiben mit Umlauten
Die ersten Beispiele für Umlaute, welche die Kinder kennenlernen, sind in der Regel Umlaute in unveränderten Grundwörtern wie Tür oder Bär. Mit der Zeit werden die Kinder aber auch an verschiedene Strategien der deutschen Rechtschreibung herangeführt. Eine wichtige betrifft die Unterscheidung zwischen den Buchstaben ä und e:
- Grundwort finden: Ob man „Hände“ oder „Hende“ schreibt, finden die Kinder heraus, indem sie das Grundwort „Hand“ zurate ziehen. Gleiches gilt für „gräbt“ (von „graben“) oder „Wände“ (von „Wand“).
- Deutlich sprechen: In manchen Fällen lässt sich der Unterschied zwischen ä und e hören, wenn die Kinder die Wörter deutlich aussprechen, zum Beispiel bei „Bären“ und „Beeren“.
- Lernwörter üben: Es gibt einige Lernwörter, die schon in der Grundform mit ä geschrieben werden. Diese sollten die Kinder auswendig lernen. Hier einige Beispiele: Geländer, Käfig, Bär, Lärm, März.
- Wortpaare lernen: In einigen Wortpaaren ist der Unterschied zwischen ä und e bedeutungsunterscheidend: Lärche – Lerche; Gewähr – Gewehr; Ställe – Stelle.
- Besonderheiten kennen: Einige wenige Nomen werden in ihrer Grundform mit einem Doppelvokal geschrieben, weisen in der Mehrzahl aber nur einen einzelnen Umlaut auf: Paar – Pärchen; Saal – Säle.
Diese Strategien werden schrittweise eingefĂĽhrt und helfen den Kindern beim Schreibenlernen.
Häufig gestellte Fragen zu Umlauten in der Grundschule
Wie nennt man ä, ö und ü?
Die korrekte Bezeichnung für ä, ö und ü ist Umlaute.
Welche Umlaute gibt es im Deutschen?
In der deutschen Sprache gibt es drei Umlaute: ä, ö und ü.
Gehören die Umlaute zum Alphabet?
Die Umlaute sind Teil des Alphabets, ebenso wie der Buchstabe ß. Wenn die Kinder das Alphabet lernen, üben sie aber zunächst nur 26 Buchstaben.
Sind Umlaute Vokale?
Umlaute verhalten sich wie Vokale – sie klingen allein, ohne andere Laute – und können daher zu den Vokalen gezählt werden. Sie sind aber zu unterscheiden von den üblicherweise benannten Vokalen a, e, i, o und u.