Reimwörter in der Grundschule bereiten auf komplexe Sprache vor
Ein Reim ist definiert als der Gleichklang eines betonten Vokals und der darauffolgenden Laute – etwa in so bekannten Beispielen wie „Haus – Maus“ oder „Besen – lesen“. In höheren Klassen lernen die Kinder weitere Reimarten (beispielsweise den Stabreim) sowie unterschiedliche Reimschemata in Gedichten kennen. Doch in der Grundschule stehen Reimwörter, Kinderreime und einfache Abzählreime im Vordergrund.
Reimspiele in der Grundschule haben aus pädagogischer Sicht vielfältigen Nutzen:
- Sie helfen, das Sprach- und Rhythmusgefühl zu trainieren und Laute in Wörtern zu erkennen.
- Abzählreime für Kinder fördern die Konzentration und Merkfähigkeit.
- Die Kinder erweitern mit Reimen ihren Wortschatz und werden selbst sprachlich kreativ.
- Das Finden von Reimwörtern in der Grundschule bereitet auf das spätere Lesen und Schreiben vor und hilft, erste Rechtschreibregeln zu verinnerlichen.
- Von Anfang an lernen die Kinder kleine Reime und Gedichte auswendig und schulen so ihr Gedächtnis.
Nicht zuletzt tauchen viele Eselsbrücken in Reimform auf – zum Beispiel zu wichtigen Jahreszahlen:
7–5–3: Rom schlüpft aus dem Ei.
So kommen Reime fĂĽr Kinder in der Grundschule zum Einsatz
In der Grundschule spielen Reime vor allem in Deutsch eine wichtige Rolle: Die Kinder spielen mit Reimen, noch bevor sie lesen und schreiben können. Auch in den Fremdsprachen helfen Merksätze in Form von Reimen, neuen Wortschatz zu erwerben oder sich grammatische Phänomene zu merken:
Wer „nämlich“ mit „h“ schreibt, ist dämlich.
He, she, it: Das „s“ muss mit!
Kinderreime begleiten in der Grundschule durch den gesamten Tagesablauf, sowohl als Spiele als auch zum Lernen wichtiger Schulregeln:
Das ist der Daumen, der schĂĽttelt die Pflaumen ...
Weiße Wände – keine Hände!
Vor dem Essen, nach dem Essen: Händewaschen nicht vergessen!
Die ersten Zahlen oder auch die Uhrzeit lassen sich mit den typischen Kinderreimen der Grundschule einfacher lernen:
Eins, zwei, Polizei,
drei, vier, Offizier ...
Morgens frĂĽh um sechs
kommt die alte Hex’.
Morgens frĂĽh um sieben
kocht sie gelbe RĂĽben.
Morgens frĂĽh um acht ...
Auf dem Schulhof oder im Sportunterricht lernen die Kinder Abzählreime, an die sich sicher auch manche erwachsene Person noch erinnert:
Eene, meene, muh – raus bist du.
Besonders beliebt im Deutschunterricht der Grundschule: Reimpaare finden. Mithilfe von Bildkarten können Kinder aller Kompetenzstufen Reime finden – das erleichtert die Differenzierung im Unterricht und ermöglicht die Zusammenarbeit in Paaren oder Gruppen. Reimpaare in der Grundschule drehen sich oft um die Lebenswelt der Kinder, zum Beispiel um Tiere:
- Löwe – Möwe
- Maus – Laus
- Ziege – Fliege
- Hahn – Schwan
Daraus können die Kinder von Anfang an selbst lustige Reime kreieren und sich so spielerisch mit der Sprache beschäftigen. Später lassen sich mithilfe von Reimen auch grammatische Konzepte vermitteln, zum Beispiel, indem die Kinder nur bestimmte Wortarten (Nomen, Verben etc.) zu Reimpaaren verbinden.
Spielideen und Arbeitsblätter zu Reimen in der Grundschule
Lehrwerke für den Deutschunterricht beinhalten üblicherweise schon viele Spielideen zum Thema Reime. Darüber hinaus finden Sie bei Cornelsen Lernspiele, Kopiervorlagen und Arbeitsblätter, die den Kindern Reime näherbringen. Probieren Sie doch außerdem die folgenden Reimspiele für die Grundschule aus:
- Das Zuordnen von Wort- und Bildkarten ist ein besonders einfacher Einstieg in das Thema für Kinder, die schon lesen können oder das Lesen gerade lernen.
- Memory-Spiele lassen sich aus reinen Bildkarten oder aus einer Kombination aus Wort- und Bildkarten basteln – je nach Kompetenzniveau.
- Beim Domino-Spiel stellt eine Dominokarte jeweils ein Bild und das dazugehörige Wort dar. Sie wird an eine passende Karte mit einem Reimwort angelegt.
- Sobald die Kinder einige Reimwörter gelernt haben, können sie daraus Quatschgedichte bilden – das führt zu viel Gelächter sowohl in der Schule als auch zu Hause.
Tipp: Lehrkräfte finden in den Handreichungen umfangreiche Hilfen, mit denen sich viel Vorbereitungszeit einsparen lässt. Für Eltern gibt es begleitende Lernhilfen, die das spielerische Lernen mit den Kindern zu Hause unterstützen.