
Was sind Lernspiele und warum sind sie wichtig?
Lernspiele werden nach didaktischen Prinzipien entwickelt und widmen sich der Kunst des Lernens. Pädagoginnen und Pädagogen haben sich überlegt, wie Kinder gleichzeitig spielen und lernen können, sodass sie Freude am Prozess entwickeln. Spiele zum Lernen vermitteln neben einer spielerischen Handlung auch gezielt Wissen und Fertigkeiten – sowohl geistige als auch motorische.
Lernspiele wecken Emotionen wie Freude und Spaß, die sich hilfreich auf den natürlichen Lernprozess auswirken. So werden die Lerninhalte mit positiven Erfahrungen verknüpft und gespeichert, Denkprozesse vernetzt und neue Synapsen geschaffen. Kinder verstehen, dass Lernen auch Spaß machen kann und nicht mit Arbeit und negativen Emotionen verknüpft ist. So können sie ihr ganzes Leben von einer positiven Einstellung zum Lernen profitieren.
Darum werden Lernspiele schon im Kindergarten und in der Vorschule eingesetzt. Sie motivieren die Kinder dazu, mit Freude und ohne Leistungsdruck neues Wissen anzuwenden und zu vertiefen. Beim Spielen trainieren die Kleinsten außerdem schon, sich auf neue Situationen und Herausforderungen einzulassen und auf die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Diesen Prozess nennt man auch Selbstwirksamkeit – die Fähigkeit, schwierige Situationen und Herausforderungen selbst bewältigen zu können.
Lernspiele ermuntern Mitspielerinnen und Mitspieler dazu, selbst aktiv zu werden. Dabei werden Spielzüge geplant, Entscheidungen getroffen und Probleme gelöst. Für den Lernprozess ist die Selbstwirksamkeit ein sehr wichtiger Motivator.
Dieser Motivator hat auch in der Schule und in der Erwachsenenbildung viel Bedeutung. Zudem lassen sich Wortschatz, Formeln, Vokabeln, Grammatik – all die Unterrichtselemente, die als „trocken“ gelten – zur Abwechslung auch spielend erlernen. Im Fremdsprachenunterricht tragen Lernspiele von Cornelsen dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Sprachkenntnisse aktiv und mit viel Spaß anwenden und so auch die eigenen Lernerfolge auf praktische Art und Weise erleben können.
Welche Arten von Lernspielen gibt es?
Lernspiele können fachspezifisches Wissen vermitteln sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten trainieren. Von Übungen im Kopfrechnen über Konzentration und Wahrnehmung bis hin zu räumlichem Denken, Motorik und Sozialkompetenz sind keine Grenzen gesetzt. Das Erraten von Tieren oder das Einstellen der Uhrzeit sind ebenso Lernspiele wie das klassische Puzzle.
Kleine Kinder lernen dadurch spielend, sich selbst und die Welt zu entdecken und sich auszuprobieren. Während der Kindergarten- und der Schulzeit werden darüber hinaus die kommunikative und die soziale Kompetenz gestärkt. Dabei ist die Bandbreite groß: Ein Lernspiel kann analog als Brett- oder Kartenspiel oder digital als Computer- bzw. Online-Spiel konzipiert sein. Auch die interaktiven Übungen von Cornelsen enthalten spielerische Elemente.
Viele Lernspiele arbeiten mit bildhaften und interaktiven Elementen. So bauen Rollenspiele eine fiktive Welt auf, welche die Fantasie anregt. Dabei wird nicht nur die linke, analytische Gehirnhälfte trainiert, sondern auch die rechte Gehirnhälfte, die für Kreativität und Intuition zuständig ist. In sicherem Rahmen lassen sich so auch intensive Diskussionen erproben, die wiederum die Argumentations- und Entscheidungsfähigkeit trainieren. Außerdem fördert die Zusammenarbeit in der Gruppe das Einhalten von und den Umgang mit bestimmten Regeln.
Unterschiedliche Lernspiel-Typen und deren Lerneffekte im Überblick:
- Zahlenspiele: spielerische Einführung in die Welt der Zahlen, wertvolles Wissen rund um Ziffern etc.
Lerneffekt: Kopfrechnen, Konzentration - Wörterspiele: Unterstützung bei Sprach- und Leseprozess, bildhafte Buchstaben- und Wortspiele
Lerneffekt: Wortschatz, Aussprache - Assoziations- und Einstiegsspiele: Erraten von inhaltlichen Zusammenhängen und Begriffen
Lerneffekt: sprachliche Fähigkeiten - Diskussions- und Entscheidungsspiele: Austausch von Wissen, eigene Meinung preisgeben und argumentieren
Lerneffekt: Argumentation, Rhetorik - Rollen- und Simulationsspiele: Übernahme von fremden Rollen und Verhaltensweisen in fiktiver Umgebung
Lerneffekt: persönliche Kompetenz, soziale Kompetenz - Interaktions- und Kooperationsspiele: Zusammenarbeit in der Gruppe unter bestimmten Regeln
Lerneffekt: soziale Kompetenz, Methodenkompetenz - Wissensspiele: Frage oder Ratespiel zur Wissensabfrage Lerneffekt: Wissensvermittlung
- spielerische Präsentation & Produktionsformen: kreative Aufbereitung von Lernmaterial
Lerneffekt: didaktische Kompetenz
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Warum Lernspiele auch für Erwachsene sinnvoll sind
Gerade in der Arbeitswelt ist es ausschlaggebend, sich flexibel auf neue Sachverhalte einstellen zu können. Lernspiele fördern diese wichtige Fähigkeit auch bei Erwachsenen. Wer Spaß und Wissen verbindet, tut auch etwas Gutes für sein Gedächtnis: Beim spielenden Lernen werden unterschiedliche Gehirnareale aktiviert und die mentale Gesundheit gefördert. Je unterschiedlicher die Lernprozesse sind, desto öfter legt das Gehirn neue Pfade an und vernetzt Gehirnzellen. Das fördert die Fähigkeit des Gehirns, sich selbst zu regenerieren und neu zu strukturieren.
Vom klassischen Brettspiel über das Wissensquiz bis zum Online-Spiel: In fast allen Themenfeldern kann über verschiedene Anwendungen Wissen spielerisch erworben oder vertieft werden. Sinnvoll ist es, Lernspiele auf Basis der eigenen Gewohnheiten auszuwählen. Wer meist ein Smartphone nutzt, ist mit einer App gut beraten. Wer hingegen gerne Bücher wälzt, vertieft sein Wissen vielleicht lieber mit einem passenden Lernspielbuch. Bei Cornelsen können Sie verschiedenste Lernspiele online kaufen.