Der Cornelsen Ratgeber für die Grundschule
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Die Grundschule in Deutschland – ein Überblick

Grundschularten und der Ablauf der ersten Jahre

Mit etwa sechs Jahren kommen die meisten Kinder in Deutschland in die Grundschule. Ein spannender neuer Lebensabschnitt beginnt. Hier erfahren Sie das Wichtigste zur Schulausbildung in der Grundschule und über die verschiedenen Grundschularten. 

Das System der Grundschule in Deutschland

Ungefähr 15.000 Grundschulen1 gibt es in Deutschland – und über 800.000 Kinder2, die jedes Jahr eingeschult werden. Die meisten von ihnen besuchen die Grundschule vier Jahre lang, von der Klasse 1 bis zur Klasse 4.

Ausnahmen gibt es: In den Bundesländern Berlin und Brandenburg können Kinder die Grundschule wahlweise auch bis zur 6. Klasse besuchen. Darüber hinaus gibt es Gemeinschaftsschulen, an denen die Schülerinnen und Schüler die gesamte Zeit ihrer Schulpflicht zusammen verbringen.

In jedem Fall soll die Grundschule in Deutschland den Kindern Basisfertigkeiten vermitteln – Lesen, Schreiben, Rechnen und mehr – und sie so auf ihre weitere Schulbildung vorbereiten. Die Auswahl der Grundschule fällt vielen Eltern nicht leicht. Wir stellen Ihnen hier kurz die wichtigsten Grundschularten vor. Lesen Sie bei Bedarf auf der jeweils verlinkten Seite weiter.

1 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/235833/umfrage/grundschulen-in-deutschland/
2 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/11/PD23_435_211.html

Diese Grundschularten gibt es in Deutschland

Hausunterricht ist im deutschen Schulsystem nicht vorgesehen. Ausnahmen sind nur dann zulässig, wenn ein Kind etwa wegen einer Erkrankung lange Zeit nicht am Unterricht in der Schule teilnehmen kann. Alle anderen müssen regelmäßig die Schule besuchen. Als Eltern können Sie aber auf die Art der Schule Einfluss nehmen.


Die „normale“ Grundschule

In den meisten Bundesländern wird Ihr Kind automatisch einer Grundschule zugewiesen, je nachdem, wo es seinen Hauptwohnsitz hat. An dieser „normalen“ staatlichen Schule hat Ihr Kind in der ersten Klasse (je nach Bundesland) etwa 20 bis 22 Stunden Unterricht, wobei eine Schulstunde meist 45 Minuten dauert. Der Unterricht findet vormittags statt, mit etwa vier bis sechs Schulstunden pro Tag.

Unterrichtet werden üblicherweise diese Fächer:

  • Deutsch
  • Mathematik
  • Sachunterricht
  • Kunst
  • Musik
  • Sport
  • Religion/Ethik
  • eine Fremdsprache (nicht unbedingt ab Klasse 1)

Jedoch können je nach Schulart die Inhalte erheblich abweichen. Möchten Sie eine andere als die zugewiesene Schule für Ihr Kind auswählen, müssen Sie das der ursprünglichen Grundschule mitteilen.


Andere Grundschularten in Deutschland

Eine wichtige Unterscheidung zwischen Grundschulen in Deutschland ist die Frage, ob die Schule staatlich oder privat organisiert ist. Private Schulen erheben in aller Regel Schulgeld. Die Kosten können stark variieren, von einigen Hundert Euro im Jahr bis hin zu einigen Hundert Euro im Monat.

Hier die wichtigsten Grundschularten im Überblick:

  • Ganztagsschulen: An Ganztagsschulen können die Kinder auch nach Schulschluss in der Schule bleiben. Sie lernen oder spielen dort, erhalten Verpflegung und oft eine Hausaufgabenbetreuung. Für viele Eltern bedeutet dieses Konzept eine Entlastung, und auch eine individuelle Förderung der Kinder ist möglich.
     
  • Gemeinschaftsschulen: An Gemeinschaftsschulen bleiben die Kinder über die Grundschulzeit hinaus in einem Klassenverband – meist bis zum Ende ihrer Schulpflicht. Dadurch entfällt der Übergang an die weiterführende Schule, der häufig als sehr anspruchsvoll empfunden wird. Manche Gemeinschaftsschulen ermöglichen sogar den Verbleib bis zum Abitur. 
     
  • Integrative Grundschulen: Anders als Sonder- bzw. Förderschulen verfolgen integrative Grundschulen (auch: inklusive Grundschulen) den Ansatz, dass Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam in einem Klassenverband lernen. Hier erhalten zum Beispiel Kinder mit Einschränkungen der körperlichen oder motorischen Entwicklung, mit Behinderungen oder mit Autismus zusätzliche Förderung.
     
  • Montessori-Grundschulen: Der Montessori-Ansatz zielt darauf ab, die natürliche Lust aufs Lernen bei Kindern zu fördern. Daher lernen Kinder an diesen Grundschulen oft alters- und fächerübergreifend und in ihrem eigenen Tempo. Sie sollen eigene Interessen verfolgen. Dementsprechend ist auch die Lernumgebung so gestaltet, dass sie zum Entdecken und Erforschen einlädt.
     
  • Waldorf-Grundschulen: An Waldorfschulen sollen künstlerische und praktische Fähigkeiten ebenso gefördert werden wie intellektuelle. Handwerkliche Tätigkeiten, Musik, Kunst und kreative Projekte sind fester Bestandteil des Schulalltags. Notengebung und Leistungsdruck sollen hingegen vermieden werden. Die Unterrichtsinhalte können erheblich vom Lehrplan der Regelschulen abweichen, und nicht alle Waldorfschulen bieten einen anerkannten Schulabschluss.

Beachten Sie, dass Grundschulen in Deutschland zu mehreren dieser Kategorien gehören können. Beispielsweise kann eine Montessori-Schule auch als Ganztagsschule konzipiert sein. Für alle Schulen gilt: Wird ein Abschluss erlangt, so ist dieser unabhängig von der Schulart immer gleichwertig – das ist jedoch eher für die weiterführende Schule relevant.