Was sind Wortarten?
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Verben in der Grundschule

Was sind Verben und was lernen Kinder darüber in der Schule? 

Ohne Verben würde unsere Sprache nicht funktionieren, denn Verben zeigen an, was jemand tut oder was geschieht. In der Grundschule sind Verben eine der ersten Wortarten, welche die Kinder kennenlernen. Erfahren Sie hier, wie Kinder Verben sicher erkennen und grammatisch richtig verwenden.

Verben einfach erklärt

Verben bilden – wie auch Nomen und Adjektive eine der Wortarten im Deutschen. Dabei ist „Verben“ der grammatische Fachbegriff. In der Grundschule sagt man oft: Verben sind „Tunwörter“ (oder auch „Tätigkeitswörter“). So können die Kinder sich leicht merken: Verben beschreiben, was wir tun oder was passiert. Beispiele für Tunwörter sind schreiben, lesen, spielen, sitzen und singen.

Semantisch (also von ihrer Bedeutung her) lassen sich Verben in drei Kategorien unterteilen:

  • Tätigkeitsverben wie laufen oder helfen
  • Vorgangsverben wie aufwachen oder wachsen
  • Zustandsverben wie leben oder schlafen

Vorsicht: Nicht alle Tunwörter lassen sich eindeutig nur einer dieser drei Gruppen zuordnen.

Wichtig ist ebenfalls die Unterteilung in drei grammatische Gruppen:

  • Vollverben: Fast alle Verben – auch alle bereits genannten – sind Vollverben.
  • Hilfsverben: Es gibt im Deutschen drei Hilfsverben. Sie „helfen“ dabei, die unterschiedlichen Zeitformen (und weitere grammatische Formen) zu bilden, und kommen daher in Kombination mit Vollverben vor. Die Hilfsverben sind sein, haben und werden. Beispiel: Ich habe gestern einen Film gesehen.
  • Modalverben: Das Deutsche kennt mehrere Modalverben. Sie treten zusammen mit Vollverben auf und verändern deren Bedeutung im Satz. Die wichtigsten Modalverben sind dürfen, können, wollen, müssen und sollen. Beispiel: Ich muss heute zum Arzt gehen.

Wichtiger Tipp: Verben werden grundsätzlich kleingeschrieben. Von dieser Regel gibt es nur wenige Ausnahmen, nämlich wenn das Verb am Satzanfang steht oder wenn es als Nomen („substantiviert“) benutzt wird. Beispiel: „Das Laufen macht mir Spaß.“

Lehrwerkunabhängige Übungshefte

Grammatik rund um Verben in der Grundschule

Die Grundform eines Verbs heißt in der Fachsprache Infinitiv. Verben können jedoch auch gebeugt („konjugiert“) werden. Dabei verändern sich die Verb-Endung und in manchen Fällen auch der Stammvokal:

  • 1. Person Einzahl: ich frage, ich sehe, ich bin
  • 2. Person Einzahl: du fragst, du siehst, du bist
  • 3. Person Einzahl: er/sie/es fragt, er/sie/es sieht, er/sie/es ist
  • 1. Person Mehrzahl: wir fragen, wir sehen, wir sind
  • 2. Person Mehrzahl: ihr fragt, ihr seht, ihr seid
  • 3. Person Mehrzahl: sie fragen, sie sehen, sie sind

Je nach Grammatik werden schwache und starke Verben oder schwache, starke und unregelmäßige Verben unterschieden. Sie folgen in der Konjugation bestimmten Regeln. Das gilt auch für die Zeitformen, also zum Beispiel Vergangenheit und Zukunft. Wenn es in der Grundschule um Tunwörter geht, werden bis zur vierten Klasse meist diese Zeitformen behandelt:

  • Gegenwart (Präsens)
  • Präteritum (einfache Vergangenheit)
  • Perfekt (vollendete Gegenwart)
  • Futur I (einfache Zukunft)

In höheren Klassen kommen noch das Plusquamperfekt (vollendete Vergangenheit) und das Futur II (vollendete Zukunft) hinzu.

Auch um das Aktiv und Passiv und die Unterschiede zwischen Indikativ (Wirklichkeitsform) und Konjunktiv (Möglichkeitsform) auszudrücken, müssen Verben konjugiert (gebeugt) werden. Diese vielseitigen grammatischen Möglichkeiten der Verben sind in der Grundschule aber nur teilweise Thema.

Tipps für die Grundschule: Tunwörter erkennen

Im Deutschunterricht ist es sowohl für die Grammatik als auch für die Rechtschreibung wichtig, dass die Kinder Verben sicher erkennen können. Diese Tipps helfen dabei:

  • Verben werden (fast) immer kleingeschrieben.
  • Verben können gebeugt werden: ich laufe, du läufst etc.
  • Im Fragesatz steht das Verb am Anfang. Beispiel: Kommst du heute zu mir?
  • Im Nebensatz steht ein Verb am Ende. Beispiel: Ich habe gerade keine Lust, weil ich lese.
  • Im Hauptsatz steht das Verb meist an zweiter Stelle. Aufgepasst: Damit ist nicht unbedingt das zweite Wort, sondern das zweite Satzglied gemeint. Beispiel: Morgen fahren wir nach Berlin.

Tipp: Zum großen Teil können muttersprachliche Kinder die Verben intuitiv richtig beugen. Bei schwierigeren Formen und beim tieferen Einstieg in die Grammatik ist aber regelmäßiges Üben wichtig. Die Cornelsen-Lehrwerke enthalten hierzu viele Übungsseiten. Außerdem gibt es zahlreiche Arbeitsblätter und Übungshefte, die das Üben zu Hause erleichtern.